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Mitte
der Neunzehnhundertzwanziger Jahre stand die Deutsche
Reichsbahn Gesellschaft vor dem Problem das ihr
Personenwagenpark überaltert und aus einer Vielzahl
unterschiedlicher Bauarten der ehemaligen Länderbahnen
bestand. Um hier Abhilfe zu schaffen wurden Entwürfe für
„moderne“ Personenwagen, die in neuartigen
Fertigungstechniken hergestellt werden sollten, geschaffen.
Bis circa 1920 war es Stand der Technik, das Wagen einen
hölzernen Wagenkasten besaßen der lediglich von außen
beblecht und im Dachbereich mit textilen Bahnen überzogen
wurden. Bei den ab 1927 gefertigten so genannten
„Einheitswagen“ ging man neue Wege. Der Wagenrahmen
inklusive des Dachbereiches wurde aus einen eisernen
Kastengerippe gefertigt auf das die Wagenkasten und
Dachbleche aufgenietet wurden.
Nach diesen Grundsätzen lieferten die Linke - Hoffmann Werke
in Breslau diesen Wagen der 4. Klasse im Jahre 1927 an die
Deutsche Reichsbahn Gesellschaft ab, die den Wagen der Rbd
Dresden mit der Wagennummer 52 587 zu ordnete. Die Einsätze
als 4. Klasse Wagen endeten jedoch schon im Jahre 1928 mit
der Abschaffung dieser Wagenklasse, er wurde zu einem 3.
Klasse Wagen hoch gestuft und erhielt das Gattungszeichen „Cid“
das ihn als 3. Klasse Wagen mit Sitzen der 4. Klasse
kennzeichnete. 1930 schuf die Deutsche Reichsbahn einen
neuen einheitlichen Nummernplan und unser Wagen erhielt
jetzt die Nummer 82 948 / Dresden. Circa 1937 erfolgte eine
Modernisierung des Wagens, ein Abortraum wurde entfernt und
Lattenbänke der 3. Klasse anstelle der bisherigen 4. Klasse
Bretterbänke wurden eingebaut.
Nach Kriegsende 1945 befand sich der Wagen auf dem Gebiet
der sowjetischen Besatzzone und wurde von der „Deutschen
Reichsbahn“ der DDR übernommen. Für die Deutsche Reichsbahn
entstand 1958 die Notwendigkeit einen auch in Nummernfolge
übersichtlichen Wagennummernplan zu schaffen, war doch der
Grossteil der Vorkriegswagen bei der Deutschen Bundesbahn in
den Westzonen verblieben. Jetzt mit der Betriebsnummer
341-823 versehen wurde er bei der Reichsbahndirektion Berlin
eingesetzt.
Leider konnte bisher noch nicht das Ausmusterungsdatum als
Personenwagen ermittelt werden, jedoch erfolgte eine
Weiterverwendung als Bauzugwagen. Beim Umbau wurden
erhebliche Änderungen am Wagenkasten, insbesondere bei der
Fensterteilung vorgenommen. Bis zur Wiedervereinigung 1990
stand er in den Diensten der Fahrleitungsmeisterei Leipzig
Hbf., dann erfolgte seine endgültige Ausmusterung und er
wurde zur Verschrottung nach Brandenburg (Havel) überstellt.
Dort wurde er von Eisenbahn-Tradition e.V. entdeckt und es
folgten der Ankauf und die Überführung nach Lengerich. Bis
1999 blieb er zunächst als „Arbeitsvorrat“ abgestellt. Die
Restaurierung begann 1999, stellte jedoch den Verein
Eisenbahn-Tradition e.V. wegen des Umfangs der notwendigen
Arbeiten vor erhebliche finanzielle Probleme, die die
Arbeiten im Jahre 2000 fast zum Erliegen brachten.
Als wir hiervon erfuhren, ergriffen wir die Initiative
und erklärten uns bereit, diesen Wagen zum ersten „Förderprojekt
des Freundeskreis Teuto-Express“ zu erheben und die
Restaurierung finanziell zu fördern. Nach vierjähriger
Restaurierungsdauer konnte der Wagen am 8. Mai 2004 im
Rahmen einer Feierstunde dem Betrieb übergeben werden. |